20.12.2006

Vorschläge und Alternative für Pokersession VI

Bevor wir hin und her mailen (unw weil eventuell jemand ausserhalb unserer Kreise auch eine Idee hat) hier quasi ein offener Brief für die nächsten Session, angesetzt aktuell für den Freitag vor Jahreswechsel.

Problem (So wie ich es verstehe):
Zwei Spieler sind extrem loose (selbst für einen Vierertisch), zwei Spieler sehr tight (selbst für einen Vierertisch). Dadurch sind oft nur zwei Spieler im Pott, die sich gegenseitig kaum ausbluffen und am Ende eher Glück entscheidet wer gewinnt.

Ursachen:
Zwei Spieler spielen erfolgreich loose-agressive im Doyle-Brunson Stil. Bei vier Leuten ist klar, dass selten jemand überhaupt einmal etwas hat, demnach kann man durch ständiges setzen und raisen viele Pötte für sich entscheiden, andere Spieler müssen, wollen sie gewinnen, sich diesem Spiel anpassen.
Durch online-Erfahrung und als Reaktion auf die extrem loose-agressive Spielweise von der einen Hälfte der Spieler habane die anderen beiden eine sehr tighte Variante des Spiels gewählt. In erster Linie aus Erfahrung aus den letzten Sessions. Da bereits vor dem Flop klar ist, dass in jedem Fall auf dem Flop, noch höher auf dem Turn und nochmal höher auf den River gesetzt und geraist wird, ist klar, dass man einen Betrag X zahlen muss um zum Showdown zu kommen. Natürlich kann man sein Spiel so anpassen, dass man ebenso spielt. Aber wenn alle einfach immer setzen und am Ende die Karten zeigen könnten wir natürlich gleich würfeln. Also wurden die Starthände sehr penibel ausgewählt um bei einem Showdown (ein Bluff gelingt selten, da loose Mitspieler) nicht auf reines Glück angewiesen zu sein. Beim letzten mal funktionierte das beispielsweise bei mir sehr gut, da klar war dass ich mit gut ausgewählten Starthänden deutlich öfter im Vorteil auf dem River war als ein looser Mitspieler.
Meines erachtens ist das Vorgehen aller vier Spieler nachvollziehbar. Die loosen Spieler wissen, dass sie mit ihrem Spiel grundsätzlich Pötte gewinnen, auf die kaum jemand setzt. Die tighten Spieler wissen, dass sie gegen extrem loose Spieler ausschließlich mit guten Karten gewinnen können, da ein hoher Bet nahezu sicher gecallt wird.

Lösungen:
1. Auch wenn das aus der Position eines tighten Spielers heraus etwas belehrend klingt: Die loosen Spieler passen sich dem Spiel an. Die ersten vier Sessions mussten sich die Verlierer unter hohen Verlusten nach und nach anpassen. Das ginge auch für die loosen Spieler, auch wenn ich hier lieber nicht verrate wie :-)

2. Ante: Ist zwar vielleicht bei Hold'em nicht direkt üblich aber effektiv. Die Spieler "anten sich zu tode" wenn sie nicht spielen. Ausserdem sind die Pötte größer, was höhere Calls rechtfertigt.

3. höhere Blinds: Zerstört nicht den Positionsaspekt im Hold'em, einer der tighten Spieler wäre immer auf einem Blind.

4. Mehr Abwechslung: Je öfter wir spielen umso genauer kennen wir die Mitspieler und die Pokervariante in der wir spielen. Sowohl der Aspekt Spielerkenntnis, als auch Texas Hold'em, als auch No Limit, als auch feste Blinds sind unverändert und verinnerlicht.
Beispielsweise könnten wir jedesmal eine andere Variante spielen, oder zumindest einmal eine zweite mit aufnehmen, zB 7 Card Stud. Und/oder wechsel auf Limitspiel.
Mein persönlicher Favorit und sicher auch am abwechslungsreichsten wäre HORSE oder HOSE. Bei diesen Varianten wird im zeitlichen Wechsel (zB alle 25 Minuten oder viel kürzer oder viel länger) die Pokervariante gewechselt. Insgesamt dann 5 respektive 4. Ich habe schon Turniere gespielt, es ist extremst unterhaltsam, man lernt auch in anderen Varianten viel über das Spiel in Texas. Ausserdem sind die Grundregeln alle gleich.

Freue mich schon auf Kommentare.

Kommentare:

Armin hat gesagt…

Dan hat die Situation gut beschrieben. Alle Vorschläge wurde ja bereits schon mal kurz per Mail diskutiert. Vorschlag 1 ist unrealistisch, außerdem soll jeder spielen wie er mag. Die Ante Regel wird zwangsläufig eine Anpassung der Spielweise herbeiführen. Eine Erhöhung der Blinds ist auch ok. Die HORSE Variante bzw. auch mal einen ganzen Abend eine andere Variante können wir auch mal machen. Mein Vorschlag wir lassen es bei NL Hold'em und führen eine Ante ein. Dann sehen wir wie es läuft. Nach dieser Session können wir dann diskutieren wie wir es in Zukunft machen wollen. Wäre schön, wenn es zwischen den Jahren klappen würde.

Z_rulez hat gesagt…

Also ich bin auch für antes. (Vorschlag 2)
Vorschlag 1 halte ich indes aber gar nicht so unrealistisch,wenn auch langweilig. Wenn die antes nicht realisiert werden, werde ich auch tighter spielen...
wenn das auch Holger macht, können wir übrigens auch gleich würfeln, da es dann auf nichts anderes ankommt als auf das Glück der Starthände.

dan hat gesagt…

Tighter spielen meinte ich auch gar net :-)

Frohes Fest!

Anonym hat gesagt…

Hi Ihr, ich hab jetzt mal online 2 tage trainiert, mir ist es aber schon zu langweilig bei diesen sit-and-go Tischen. Gewinnen ist dort "kein Problem" wenn man konservativ spielt. Bin von 1K start auf 39K rauf in 2 Tagen. Dort fehlt absolut der Turniercharakter
nb