20.06.2009

Iran 2.0

Dem ein oder anderen Uneingeweihten ist es vielleicht zum ersten Mal aufgefallen, als er bei Twitter unter seinen Followers zig grünliche Icons fand oder die Freunde bei Facebook auf persisch schrieben. Das Web 2.0 ist endgültig zu einem Global Player in politischen Angelegenheiten geworden. Um den iranischen Oppositionellen Unterstützung aufuzeigen, färben viele User bei Twitter ihre Avatarbilder Grün, die Farbe der Demonstranten. Die Location ihres Acounts setzen viele auf Teheran, Iran, was die regierungsnahe Zensur erschwert. Die neue Unterstützung für Persisch inklusive Übersetzungsdienst bei Facebook wird nicht nur von Iranern oder ausländischen Sympathisanten, sondern auch von Hossein Mousavi selbst zur Übersetzung seiner Homepage auf Englisch.
Twitter selbst verschob aufgrund seines Daseins als wichtiges Kommunikationsmedium der oppositionellen Demonstranten eine geplante Downtime. Das Gerücht, Twitter hätte aus US-Amerikanischen Regierungskreisen eine Weisung hierfür bekommen, verneinte Biz auf dem offiziellen Twitter-Blog.
Gerade in Staaten mit rigoros kontrollierten Kommunikationswegen ist der zwittschernde Dienst neben der bevorzugten 1-zu-1 SMS mittlerweile zu einer tatsächlichen Institution herangewachsen, mit einer Bedeutung weit über blitzschnellen Amateurnews bei Flugzeugabstürzen hinaus.

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