09.07.2009

Classic Games - 1993 - Teil 3

Euro-Asse
Der ein oder andere Veteran kann sich eventuell noch an Aces of the Pacific erinnern. Eine leichtfüssige Flugsimulation mit Propellermaschinen aus den 40ern. Ein wenig ins arcadige lehnend, aber dennoch Simulation - so etwas ist heute leider aus der Mode gekommen - und '93 kam dann der Nachfolger.



Die Grafik war noch ein wenig besser, die Luftschlachten noch spannender. Dieses mal ging es um die Kämpfe auf dem europäischen Festland während des zweiten Weltkriegs. Die wunderbar gemachte Anleitung habe ich glaub ich noch heute irgendwo rumliegen. Seitdem hat mich keine Flugsimulation mehr so gepackt.

Chris Roberts war nicht nur Schlagersänger
Wenn X-Wing der Grund für den Kauf meines 386ers war, dann war Strike Commander nur wenige Monate später die Ursache dafür, dass ich mir einen 486er DX50 wünschte. Das Spiel selbst war ähnlich der Wing Commander Reihe, ebenfalls von Crhis Roberts, mit ähnlich packender Story und noch grandioserer Grafik. Das Geschehen fand diesmal allerdings nicht im Weltraum, sondern in einem realistischen, (noch immer)leicht in der Zukunft liegenden (2011) Szenario statt.


Strike Commander (MS-DOS, PC Player Review)

Besonders beeindruckend war hierbei die für damalige Verhältnisse monumental gute Spielgrafik, die die PlayTime seinerzeit zu einer 99%-Grafik-Wertung verführte. Allerdings verlangte Origin wie gewohnt der Spielerhardware auch einiges ab. Besonders bei Dogfights kam es auf meinem Referenzsystem zu massiven Rucklern. Kaum kam ein gegnerisches Flugzeug dem eigenen nahe, verkam das Spiel zu einer "Luftdiashow" (blieb allerdings, im Gegensatz zum einige Zeit zuvor auf dem Amiga 500 erschienenen Wing Commander, noch spielbar)

Verdammnis!
Neulich überlegte ich, wann ich meinen ersten echten Ego-Shooter spielte. Mit erschrecken musste ich feststellen. dass das einfach der tatsächlich erste echte Ego-Shooter war. Seinerzeit indiziert, heute eher als Pixelhaufen zu erkennen, revolutionierte die damals noch als Sharewarefirma bekannte Entwicklerschmiede id Software mit Doom die Art, wie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Spiele aussahen und auch aussehen werden.


Doom (MS-DOS)

Erste 3D-Grafiken gab es auch schon vorher, aber keine hatte die Qualitäten, die auch noch heute in gesteigerter Form in aktuellen Shootern stecken. Das Spiel bot quasi-echtes 3D, auch mit der Möglichkeit, mehrere Stockwerke und Nicht-Quadratische, sogar vollkommen Runde Objekte darzustellen. Die Gegner waren als grob animierte 2D-Sprites zu erkennen, die beim näher kommen nach heutigen Maßstäben zu Pixelhaufen verkamen. Via F-Taste (welche genau ist mir entfallen) konnte zwischen niedriger Auflösung (386er) und hoher Auflösung (486er) gewechselt werden.

Den Sternen entgegen!
Wer nach Weltraumstrategiespielklassikers gefragt wird antwortet meist entweder mit Master of Orion oder Homeworld. Ich schreie hingegen "Spaceward Ho!"
Das Spiel hatte selbst für damalige Verhältnisse eine üble 16-Farben-Grafik (die PowerPlay gab in 2/93 magere 33%), war aber ungemein motivierend. Allerdings hab ich zu den anderen Klassikern keinen Vergleich. Master of Orion hab ich bestenfalls einmal angespielt..

I feel like i could...
Jetzt wirds kompliziert. Wenn ich darüber nachdenke, welches das wichtigste, repräsentativste Genre für die ausgehenden frühen Neunziger und damit der Hochzeit meines Classic Gamer Lebens darstellt, gehe ich unweigerlich die großen Spiele dieser Zeit durch. Rollenspiele vielleicht? Vielleicht mein Lieblingsgenre, damals auch stark vertreten, aber nicht das Genre schlechthin. Strategie, Simulation, Action? eigentlich bleibt nur eine echte Antwort: Adventures. LucasArts, Sierra, Westwood, Adventure Soft versorgten die Spielergemeinde mit einem Hit nach dem anderen. Das größte Genre waren also Adventure. Die größte Softwareschmiede in diesem Genre war LucasArts. Und das wahrscheinlich größte Spiel (da kommt höchstens noch ein Pirat mit) war DOTT. Day of the Tentacle.


Day of the Tentacle, Intro (MS-DOS)

Genaugenommen war es kein Spiel. Es war der Höhepunkt des Genres, der Zenith einer Ära. Kein Spiel zuvor oder danach kann oder konnte dieses Level noch einmal erreichen. Nunja, wenn ich recht darüber nachdenke, bin ich vielleicht auch ein wenig subjektiv. Vielleicht auch ausschließlich. DOTT war der erste große Bericht in meiner ersten PC Player, das erste Adventure auf dem PC (keine Diskettenwechselei während eines Geisterpiratenspuks!), die erste wirklich grandiose Sprachausgabe, das letzte Spiel mit fest angezeigten Verben.


Day of the Tentacle, Speed-Run (MS-DOS)

Das einzige Manko, für mich, war und ist (allerdings bei allen Adventures) das Replay-Value. Ich glaub ich hab kein Adventure zweimal gespielt. SCUMMVM find ich zwar genial, aber ich konnte noch für kein Spiel, DOTT inklusive, die Motivation aufbringen, es noch einmal zu spielen.

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