25.07.2009

Classic Games - 1993 - Teil 4

Götterdämmerung

Wer heute auf dem Nintendo DS das Remake von Populous, dem Begründer des Genres der Göttersimulation, spielt, fragt sich bereits nach kurzer Zeit: „War das alles?“. Das immer gleiche stupide begradigen von Gelände plus ein paar Katastrophen und Rittererstellung? Und nach längerer Zeit kann man es beantworten. Ja. Heutige Spieler fühlen sich massiv unterfordert ob der begrenzten Interaktionsmöglichkeiten. Was damals revolutionär war, ist heute bestenfalls als angestaubt zu bezeichnen. Aber mit Populous blieb auch bei Peter Molyneux das Rad nicht stehen. Drei Jahre nach dem ersten Teil folgte Populous 2.


Populous 2 (MS-DOS)

Das Spielprinzip, als Gott mit einer Welt zu interagieren und einen anderen Gott zu besiegen, blieb gleich. Allerdings wusste es durch zig Angriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten besonders aus heutiger Sicht weit mehr zu überzeugen. Definitiv ein Klassiker für zahllose Götterstunden, den dritten Teil hab ich leider nie gespielt.


Dem Abgrund entgegen

An der Wand gegenüber meines Tischs im Büro hängt die stark vergrößerte Pixelhexe aus Cauldron – Hexenküche. Eine Kollegin behauptet noch heute, dass sei doch ein Lemming auf einem Besen. Immerhin, die kleinen lilagrünen Männchen sind auch heutigen Mittzwanzigern nicht unbekannt. Allerdings aufgrund des simpel-genialen Spielprinzips eher der erste Teil. Bei Lemmings 2: The Tribes fand das Prinzip "Höher, schneller, weiter" anwendung. Das war zwar dann nicht mehr innovativ, aber sehr unterhaltsam, da abwechslungsreich.


Lemmings 2: The Tribes (Amiga)

Die Grafik war deutlich aufgehübscht, bei den einzelnen Levels waren nicht jedesmal die gleichen wenigen Arten von Lemmingen zur Verfügung, sondern eine bestimmte Auswahl aus insgesamt über 50 verschiedenen Typen. Was dem Spiel leider fehlte, war der brilliante 2-Spieler-Simultan-Modus des ersten Teils auf dem Amiga. Dennoch ein klasse Spiel mit hohem Unterhaltungswert.


Das wahre EOB3

Das war ganz klar Lands of Lore. Während SSI in Eigenregie noch einen durchwachsenen dritten Eye of the Beholder bastelten, konnten die Original EOB-Entwickler von Westwood mit dem grafisch leicht neue Wege gehenden Lands of Lore punkten. Dabei gab es zwar das übliche schrittweise gehen in der Egoperspektive, das allerdings sehr hübsch und mit einem Bewegungseffekt zwischen den einzelnen Schritten.


Lands of Lore (MS-DOS)

Die Grafik baute eine wunderbare Athmosphäre auf, die Handlung war stimmig. Das Spiel war kein Komplexitäts-Hardcorespieler-Schwergewicht a la Wizardry 7 und richtete sich auch an Einsteiger.


Immer dieser Avatar

Lord British war ja früher weniger bekannt für seine Ausflüge ins All, als vielmehr als Erfinder und Lead hinter einer der legendärsten Computer-Rollenspielreihe aller Zeiten. Ultima. Als einziger Teil der Reihe schaffte es der siebte gar auf zwei Teile. Mit einer sehr schräg angelegten Iso-3D-Grafik war es auch die bis dato mit Abstand aufwändigste und optisch ansprechenste Ausgabe.



Natürlich mit den damals Origin-typischen, kräftigen Hardwareanforderungen, wenn das Spiel auch auf einem 386er noch spielbar war. Lange gespielt hab ich es allerdings nicht, bei CRPGs zog ich, mit Ausnahmen wir Neverwinter Nights, in der Regel die Ego-Perspektive vor.

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