12.01.2010

Pokersession 01/10



Die erste Pokersession des Jahres 2010 bot einige interessante Wendungen. Anfangs lief es sowohl bei Holsch als auch mir alles andere als gut, wir hatten beide Nachkäufe zu verzeichnen, auch Armin erwischte es. Die Chips flossen alle zum gewaltigen Chipleader Heiko, der zeitweise einen rekordverdächtigen Stapel vor sich stehen hatte. Seine gewohnt aggressive Spielweise wurde in der ersten Hälfte des Abends mit guten Karten bei den Gegnern und besseren Karten bei ihm belohnt. So konnte er einige sehr große Pötte gewinnen, Drillinge, Straßen und Full Houses waren keine Seltenheit an diesem Abend.



Bei Holsch lief es wie so häufig eher bescheiden, mit guten Karten verlor er große Pötte gegen Monsterhände und konnte keinen positiven Chipstand erreichen. Armin hingegen konnte seine anfänglichen Verluste zeitweise mit gewohnt diszipliniertem Spiel anständig ausgleichen. Bei mir lief es die erste Hälfte eher schlecht, ich konnte nach meinem ersten Nachkauf aber recht schnell wieder einige Chips hinzugewinnen.



In der zweiten Hälfte des Abends verlor Heiko viele große Pötte, Holsch konnte davon allerdings nicht profitieren. Die Stacks flossen allesamt zu Armin und mir.
Kurz vor Ende hatte Heiko nach großen Verlusten ein ordentlichen plus, während Holsch deutlich im Minus lag. Die restlichen ca 500 positiven Chips verteilten sich zwischen Armin und mir. In der letzten Hand des Abends pushten wir beide uns dann ins All-In (Potsize 2.330), Armin verlor mit einer Straße gegen mein Full House mit 52o.



Das führt uns zu folgendem Ergebnis, automatisch die erste Tabelle in 2010:

Dan -1.330
Heiko +580
Holsch -910
Armin -1.000

08.01.2010

Zwei ist gelb. Synästhesie mit Zahlen und Farben.

Heute las ich einen interessanten Spiegel-Artikel zum Thema Synästhesie. Laut Wikipedia ist
Die Synästhesie (von altgriech. συναισϑάνομαι „mitempfinden“ oder „zugleich wahrnehmen“) bezeichnet hauptsächlich die Kopplung zweier physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung, etwa Farbe und Temperatur („warmes Grün“), im engeren Sinne die Wahrnehmung von Sinnesreizen durch Miterregung der Verarbeitungszentren im Gehirn eines Sinnesorgans, wenn ein anderes gereizt wird. Menschen, bei denen derart verknüpfte Wahrnehmungen regelmäßig auftreten, werden als Synästhetiker bezeichnet.

Am häufigsten kommen Assoziationen von Zahlen oder Buchstaben mit Farben vor, zumindest ist das bei mir so. Als Kind war Synästhesie bei mir auch recht ausgeprägt, heute ist es mir weniger bewusst, aber nichtsdestotrotz vorhanden. Eine 4 ist und bleibt einfach blau. Daher versuche ich hier mal einen kleinen Überblick zu geben, wie sich das mit den Zahlen und Farben am lebenden Objekt, also mir, verhält.

Eins. Ganz klar weiß. Ich vermute, dass ganz grundsätzlich die Farbassoziation zur Form der Zahl oder zu Klang oder Form des Wortes der Zahl kommen soll. Bei der eins ist das denke ich die Form.

Zwei. Gelb. Vielleicht auch assoziiert mit dem Klang. Zitronen vielleicht?

Drei. Grün. Sowohl Form des Worts, Klang, Struktur (zweiter Buchstabe ein "r") aber auch sehr stark die Form der Zahl selbst.

Vier. Blau. Die Form der Zahl, der Klang, auch das "V" erinnert an hellblau.

Fünf. Orange. Die mit Abstand schwächste Assoziation, sie wackelt fast ein wenig.

Sechs. Rot. Klare Assoziation, hauptsächlich über die Form.

Sieben. Dunkelgrün. Klares Bild, wie ein moosüberzogener grüner Ast? Der Klang ist eigentlich heller, aber das Bild überwiegt massiv.

Acht. Dunkelblauschwarz. Das A bringt etwas blaues hinein, die Form ansonsten ist nahezu schwarz.

Neun. Braun. Von der Form ja nahe an der Sechs, farblich aber deutlich in eine Mischung aus dunkelbraun und Ocker.

Wieder Wiki:
Hinsichtlich der Merkmale unterscheidet man in starke und schwache Synästhesie:
Die starke Synästhesie führt zu äußerst lebendigen, sekundären Empfindungen als Reaktion auf einen primären Wahrnehmungsreiz. Es kommt außerdem zu plötzlichem und gleichzeitigem Auftreten verschiedener Merkmale. Bei der gleichen visuellen Wahrnehmung kommt es immer zur gleichen synästhetischen Empfindung. Diese Art tritt besonders im jungen Alter und gehäufter bei Frauen auf. Die Ursache dafür ist möglicherweise genetisch. Die schwache Synästhesie besitzt keine große Lebendigkeit. Der Proband erkennt, dass Aspekte bestimmter Sinnesmodalitäten ähnlich sind, registriert jedoch keine begleitende Sinnesempfindung, wodurch er nur sekundäre Wahrnehmungseindrücke erlebt. Zum Beispiel registriert er orange und braun als "warme" - grün und blau hingegen eher als "kalte" Farbe.

Bei mir wars als Kind auch deutlich stärker ausgeprägt, und auch nicht im täglichen Gebrauch vorhanden. Wenn mich aber jemand nach der Farbe einer Zahl fragt ist alles wieder da :)

04.01.2010

Wahlgutscheine jetzt!

Die FDP fordert, dass die angesetzte Erhöhung des Kindergelds in Form von Gutscheinen ausgezahlt wird. Auf dass das Geld bei den Kindern ankommt und nicht in Schnaps investiert wird. So deutlich spricht es die Bundespolitik nicht an, in jedem Fall aber spricht sie den Bürgern (offenkundig einer bestimmten Klientel) die Fähigkeit zur Sorge um ihre Kinder. Und das, wo im Koalitionsvertrag gleichzeitig das Betreuungsgeld aufgeführt ist, ebenfalls nur interessant für Menschen ohne Geld. Demnach halten es Union und FDP für angebracht, Menschen, denen Sie selbst keine freie Verfügung über das Kindergeld geben wollen, die Betreuung ihrer Kinder ab, losgelöst aus allen sozialen Netzen, zuhause zu ermöglichen. Bleibt für die beiden Parteien lediglich die Hoffnung, dass die Wähler ausreichend kompetent für ein Kreuz in der Wahlkabine bleiben...

01.01.2010

Spiele des Jahres 2009

Hoffnungslos subjektiv, da ich viele der sonstigen Top-Kandidaten mangels Zeit, Lust oder Konsole gar nicht gespielt habe (keine PS3, XBox360 oder aktuellen PC). Hier also ohne Reihenfolge meine Top 5, quer über alle Systeme:

* Anno 1404 (PC)
* New Super Mario Bros. Wii (Wii)
* The Whispered World (PC)
* GTA: Chinatown Wars (DS)
* Plants vs. Zombies (PC)

Ich bitte um eure Top 5 und böse Kommentare!

D.T. Suzuki - Leben aus Zen

Schon seit einer kleinen Ewigkeit hab ich dieses Standardwerk des (wie Shunryu Suzuki ihn nannte) "großen" Suzuki zuhause kurz angelesen im Schrank stehen und es mir in den Urlaub mitgenommen. Mittlerweile hat sich bei mir einiges an buddhistischer Literatur gesammelt, so dass ich mir das Buch mit der längsten Wartezeit mit in den kurzen Wellnessurlaub mitnahm.
Suzuki war ein sehr bekannter buddhistischer Gelehrter, der mit Mitte Neunzig in den Sechzigern starb. Er war maßgeblich an der Popularität von Zen im Westen beteiligt und schrieb seine Bücher auch häufig explizit für eben dieses Publikum unter Zuhilfenahme von Vergleichen der buddhistischen mit der christlichen Lehre. So auch in dem hervorragenden Einsteigerbuch "Die große Befreiung", das ich vor einigen Jahren laß.
Suzuki gibt zu Beginn des Buchs eine kurze Einführung in Zen und nimmt sich anschließend angenehm viel Zeit, über Satori zu sprechen. Auch hier greift er in anspruchsvoller, aber stets leicht verständlicher Sprache auf christliche Terminologie zurück. Im Kapitel "Satori" schreibt er beispielsweise über Zen-Satori: "Es ist mit Gott sein bevor er rief 'Es werde Licht'". Oder, besonders eindrucksvoll, im Kapitel "Wege zu Satori": "Die Menschen mögen glauben, daß Gott die Welt mit allen ihren sündigen Kindern geschaffen hat, und daß Er, der ihre Sünden nicht ertragen konnte, Mittel erfand, um sie zu retten, und daß der Intellekt eines dieser Mittel ist. In Wahrheit aber ist es Gott, der Sich Selbst sehen wollte und zu diesem Ziel die Welt erschuf mit ihren Geschöpfen, die Ihn zu erreichen suchen in Seinem eigenen Wunsch, Sich Selbst zu erschauen"
Ein Großteil des Buches ist allerdings in der gewohnten, buddhistischen Terminologie gehalten.
Suzuki führt im Folgenden seine Gedankengänge zur Methode des Koan auf, was auch für Soto-Anhänger sehr interessant zu lesen ist. Leider verwendet er bei Gegenüberstellungen des Mahajana zum Therevada den abwertenden Begriff Hinajana, das mag aber auch bei der Übersetzung geschehen sein.
Fast die gesamte zweite Hälfte der Lektüre befasst sich mit der Zen-Lehre des Hui-Neng, dem vermeintlivh ungebildeten, brillianten und revolutionären sechsten Patriarchen nach Bodhidharma. Suzuki schildert die Gegensätze der damaligen Ansichten der nördlichen und südlichen Schulen und räumt mit einigen häufig überzogen dargestellten Rivalitäten zwischen den Gründern, einer davon Hui-Neng, auf.
Suzuki schrieb das Buch mit Mitte Achtzig, und mit der ihm eigenen Intelligenz und Brillianz. Vielleicht richtet sich das Buch aber weniger an absolute Zen-Neulinge. Für alle anderen sehe ich es als Pflichtkauf.