08.01.2010

Zwei ist gelb. Synästhesie mit Zahlen und Farben.

Heute las ich einen interessanten Spiegel-Artikel zum Thema Synästhesie. Laut Wikipedia ist
Die Synästhesie (von altgriech. συναισϑάνομαι „mitempfinden“ oder „zugleich wahrnehmen“) bezeichnet hauptsächlich die Kopplung zweier physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung, etwa Farbe und Temperatur („warmes Grün“), im engeren Sinne die Wahrnehmung von Sinnesreizen durch Miterregung der Verarbeitungszentren im Gehirn eines Sinnesorgans, wenn ein anderes gereizt wird. Menschen, bei denen derart verknüpfte Wahrnehmungen regelmäßig auftreten, werden als Synästhetiker bezeichnet.

Am häufigsten kommen Assoziationen von Zahlen oder Buchstaben mit Farben vor, zumindest ist das bei mir so. Als Kind war Synästhesie bei mir auch recht ausgeprägt, heute ist es mir weniger bewusst, aber nichtsdestotrotz vorhanden. Eine 4 ist und bleibt einfach blau. Daher versuche ich hier mal einen kleinen Überblick zu geben, wie sich das mit den Zahlen und Farben am lebenden Objekt, also mir, verhält.

Eins. Ganz klar weiß. Ich vermute, dass ganz grundsätzlich die Farbassoziation zur Form der Zahl oder zu Klang oder Form des Wortes der Zahl kommen soll. Bei der eins ist das denke ich die Form.

Zwei. Gelb. Vielleicht auch assoziiert mit dem Klang. Zitronen vielleicht?

Drei. Grün. Sowohl Form des Worts, Klang, Struktur (zweiter Buchstabe ein "r") aber auch sehr stark die Form der Zahl selbst.

Vier. Blau. Die Form der Zahl, der Klang, auch das "V" erinnert an hellblau.

Fünf. Orange. Die mit Abstand schwächste Assoziation, sie wackelt fast ein wenig.

Sechs. Rot. Klare Assoziation, hauptsächlich über die Form.

Sieben. Dunkelgrün. Klares Bild, wie ein moosüberzogener grüner Ast? Der Klang ist eigentlich heller, aber das Bild überwiegt massiv.

Acht. Dunkelblauschwarz. Das A bringt etwas blaues hinein, die Form ansonsten ist nahezu schwarz.

Neun. Braun. Von der Form ja nahe an der Sechs, farblich aber deutlich in eine Mischung aus dunkelbraun und Ocker.

Wieder Wiki:
Hinsichtlich der Merkmale unterscheidet man in starke und schwache Synästhesie:
Die starke Synästhesie führt zu äußerst lebendigen, sekundären Empfindungen als Reaktion auf einen primären Wahrnehmungsreiz. Es kommt außerdem zu plötzlichem und gleichzeitigem Auftreten verschiedener Merkmale. Bei der gleichen visuellen Wahrnehmung kommt es immer zur gleichen synästhetischen Empfindung. Diese Art tritt besonders im jungen Alter und gehäufter bei Frauen auf. Die Ursache dafür ist möglicherweise genetisch. Die schwache Synästhesie besitzt keine große Lebendigkeit. Der Proband erkennt, dass Aspekte bestimmter Sinnesmodalitäten ähnlich sind, registriert jedoch keine begleitende Sinnesempfindung, wodurch er nur sekundäre Wahrnehmungseindrücke erlebt. Zum Beispiel registriert er orange und braun als "warme" - grün und blau hingegen eher als "kalte" Farbe.

Bei mir wars als Kind auch deutlich stärker ausgeprägt, und auch nicht im täglichen Gebrauch vorhanden. Wenn mich aber jemand nach der Farbe einer Zahl fragt ist alles wieder da :)

1 Kommentar:

Catwalk Revisited hat gesagt…

Zufälle gibts,
genau das Thema hab ich grad auf dem Tisch aus Sicht der Werbung.

PS.: zu Fünf und Orange - Ich lieg unterm Tisch .