12.03.2011

Buchkritik: Unseen Academicals von Terry Pratchett (Wertung: 3 von 5)

Terry Pratchett kämpft bereits seit einigen Jahren mit einer seltenen Form von Alzheimer, die ihn Stand heute dazu zwingt seine neuen Bücher einem Assistenten zu diktieren. Seit Pratchett dies publik machte, schauen Fans von Pratchetts Scheibenwelt-Zyklus teils besorgt (Wieviele Bücher kann er noch schreiben, und wie gut können sie sein?) und teils interessiert (Eventuell wandelt sich sein Werk zu etwas spannenden, neuen) in die Zukunft.
Unseen Academicals erschien 2009, demnach bereits von seiner Krankheit gezeichnet. Es folgte auf brilliante Romane der Reihe wie Night Watch (2002), Monstrous Regiment (2003), Going Postal (2004) und Thud! (2005) um nur einige zu nennen. In den letzten zehn Jahren veröffentlichte er 13(!) Romane.
Unseen Academicals beinhaltet viele bekannte Stärken aus Pratchetts Fundus: Witzige Dialoge, philosophische Zwischentöne und interessante Charaktere. Letztere sind neben den neu eingeführten die altbekannten Zauberer aus der Unsichtbaren Universität.
Das Buch verfügt aber auch über ein Manko, und das ist die Geschichte. Genauer gesagt die Geschichten. Pratchett schafft es meiner Meinung nach nicht, die ungewöhnlich vielen Einzelstränge zu einem einzelnen, großen Ganzen zu verknüpfen. Jede Geschichte ist für sich mehr oder weniger interessant und abwechslungsreich zu lesen, zum Teil wirken sie aber einzeln und im Kontext betrachtet austauschbar.
Fans fragen sich nun, in wie weit Pratchetts Krankheit für den gefühlt unreifen Roman verantwortlich ist. Vielleicht war es aber auch einfach nur ein etwas schlechteres Buch zwischen so vielen Großartigen.

Wertung: 3 von 5.